Eckart Schädrich – Vom Klang der Farben in der Landschaft von Reiner Meyer
„Ich fühle mich aufgehoben in der Landschaft“ sagt Eckart Schädrich und beschreibt damit einen wesentlichen Impuls für seine Kunst. Diesen Impuls kann man in gewisser Hinsicht einen romantischen nennen, denn es geht ihm um seine Gefühle beim Betrachten der Landschaft.
Dabei ist dem Maler eine topographische Bestimmbarkeit seiner Motive nicht wichtig. Vielmehr trägt die Wiedergabe der Stimmung seine Bilder. Wie verändert der Lauf der Tages- und Jahreszeiten das Licht und die Farbe der Landschaft? Was ist mit dem Farbklang, mit den Farbakkorden? An diesen Fragen ist Eckart Schädrich interessiert.
Die starke und sehr spezifische Farbigkeit seiner Landschaftsmalerei erinnert an Werke anderer Künstlerinnen und Künstler, an die von Pierre Bonnard, Gabriele Münter oder auch an die des frühen Kandinsky. Schädrich leugnet diese Einflüsse nicht. Warum sollte er auch? Diese Vorbilder prägten ihn und auf diese Weise entwickelte der Maler sein künstlerisches Bekenntnis zum Eigenwert der Farbe, eine der zentralen Errungenschaften der Klassischen Moderne.
Die Wirkung der Farbe ist seine Hauptintention. Durch das Sujet der Landschaft wird er zu den Farben angeregt. Er selbst beschreibt es als einen psychischen Prozess, als ein Tasten und Suchen, wie beim Stimmen eines Musikinstruments, bis man eben den richtigen Ton respektive Farbton oder Farbklang gefunden hat. |
„Musik ist mit Landschaft vergleichbar“ so Schädrich und damit hat er Recht. Man denke nur an Beethovens 6. Sinfonie, genannt „Die Pastorale“, oder andere Programmmusik, wie Bedřich Smetanas „Die Moldau“. Dabei kann man sich beim Hören in Landschaften hineinversetzen und erlebt das „Erwachen heiterer Gefühle bei der Ankunft auf dem Lande“. Diese heiteren Gefühle setzt Eckart Schädrich in Malerei um. Im Übrigen hört er beim Malen auch Musik, womit sich ein künstlerischer Kreis schließt. Letzten Endes ist es der Gedanke der Synästhesie zwischen Malerei und Musik. Titel, wie „Morgenlicht“ oder „Abendlicht“, verraten die Intention des Malers.
Manchmal ist das gewählte Format eher ungewöhnlich, wie bei dem Werk „Niederbayerische Landschaft im März“. Es ist ein markantes Hochformat, das bei der Wahl des Sujets Landschaft eher selten zum Einsatz kommt. Hier ist es aber der Himmel, der mit seinen Blau-, Grau-,Weiß- und Türkisabstufungen den größten Teil des Bildes ausmacht; und so erklärt sich hier auch das Hochformat.
Das Gemälde „Blick zum Bayerischen Wald“ mit seinen hintereinander gestaffelten Gründen führte letzten Endes zu dem Werk „Essenz“, einer bereits vereinfachten Wiedergabe der Landschaft, die aber als solche noch klar erkennbar bleibt. Eckart Schädrich ist diesen Weg der Essenz-Bildung – man könnte auch Abstrahierung sagen – konsequent weitergegangen, was in seinem Werk „Symit“ deutlich wird.
Ob aber Landschaft oder ungegenständliche Komposition, immer tragen die aufeinander abgestimmten Farbklänge die sehenswerten Werke des Künstlers. |